Agrarökologie stellt die biologische Vielfalt in den Mittelpunkt der Lebensmittelproduktion. Das entspricht den Gesetzen der Natur und ist daher nachhaltig und widerstandsfähig, während technische Konzepte in der Landwirtschaft oft nur die Symptome der Probleme bekämpfen.
Ein Ökosystem lebt von den Wechselbeziehungen zwischen verschiedenen biotischen und abiotischen Komponenten. „Je größer die Vielfalt und je mehrdimensionaler die ökologischen Funktionen sind, desto stabiler und nachhaltiger ist ein System und desto mehr Güter und Dienstleistungen kann es bereitstellen“ (aus Vandana Shiva – Agrarökologie und regenerative Landwirtschaft, S. 30)
Welche Rolle spielt Biodiverstiät?
Ein höheres Maß an Biodiversität in einem Agrarökosystem löst Synergien aus, die unter anderem die Bodenbiologie verbessern, Nährstoffe wiederverwerten, die Photosynthese ankurbeln. Es ist produktiv und nachhaltig zugleich!
Was unsere Ernährung angeht hat sich die Diversität in unserer Ernährung durch die industrielle Landwirtschaft und den monokulturellen Massenanbau tausendfach verringert, Menschen konsumieren hauptsächlich acht verschiedenen weltweit gehandelte Sorten, die die Industrie in verschiedene Formen bringt und in schöne Verpackungen steckt, was jedoch instabil ist und massive gesundheitliche Probleme nach sich zieht.
Strategien zur Diversifizierung von Agrarökosystemen:
– Agroforst (Kombination aus mehrjährigen Gehölzen und Anbau)
– Polykulturen (Zwei oder mehr Pflanzenarten werden zusammen angebaut, z.B. Flachwurzler und Tiefwurzler)
– Deckfrucht (Pflanzung von einjährigen Pflanzen unter Obstbäumen zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit, zur biologischen Schädlingsbekämpfung und zur Verbesserung des Mikroklimas)
– Fruchtfolgen (Vielfalt in der Abfolge)
– Garten als tierischer Lebensraum (zusätzliche Nährstoff- und Energiequellen, Pflanzen und Tiere versorgen sich selbst)
Die 6 Säulen der Ernährungssouveränität, die das Nyéléli Forum 2007 in Mali festgelegt hat:
mehr zum Thema: https://viacampesina.org/en/agroecology/
Quellenverweis: Vandana Shiva Agrarökologie und regenerative Landwirtschaft (2023) pp. 25-32